Geschichte & Tradition

Geschichte

zur Entstehung der Säubrennerkirmes:

Eine Sage (von althochdeutsch sage “Gesagtes”) ist eine auf volkstümlicher, ursprünglich mündlicher Überlieferung beruhende, meist kurze Erzählung von oft wunderbaren, fantastischen Ereignissen, die jedoch als Wahrheitsbericht gemeint ist. Im Gegensatz zum orts- und zeitlosen Märchen knüpft die Sage an einem wirklichen äußeren Anlass an, den sie in freier Fantasie ausgestaltet und ausschmückt.
Der Ursprung der Wittlicher Säubrennerkirmes beruht auch auf einer Sage, die wie folgt seit vielen Jahren erzählt wird:

Wittlich umgeben von Stadtmauern wurde vom Feind belagert. Vergebens hatten die Belagerer versucht, die Stadt zu erobern. Da geschah es, dass der Torwächter in einem der vier Stadttore eines Abends in der Dunkelheit den Riegel zum Verschließen des Tores nicht finden konnte. In seiner Not nahm er eine Rübe und steckte sie in das Riegelloch. In der Nacht nun brach eine Sau aus ihrem Stall aus und streunte durch die Stadt. Sie kam auch an das Stadttor, fand die Rübe und fraß sie auf. Nun öffnete sich das Stadttor und der Feind drang in die Stadt ein und konnte plündern und brandschatzen. Als er nach der Belagerung wieder abgezogen war, trieben die Wittlicher in ihrem Zorn sämtliche Säue auf dem Marktplatz zusammen und verbrannten sie bei lebendigem Leibe. Wie viele Säue so endeten, dass vermerkt die Sage freilich nicht. Vielleicht waren es auch nicht mehr als die, die heute zur Wittlicher Säubrennerkirmes im Röstbratofen enden.

Nun, wie dem auch sei, die Wittlicher haben es sehr wohl verstanden, aus der Geschichte unter dem ihnen hieraus anhaftenden Ruf ein Fest zu machen. Da das Wort “Säubrenner”, mit dem die Wittlicher im Umland bedacht werden, seit Menschengedenken ein Schimpfwort ist, konnte sich die Auslegung dieses Wortes seit Initiierung der Wittlicher Säubrennerkirmes grundlegend wandeln.

Der geschichtliche Hintergrund ist die Belagerung der Stadt Wittlich im Jahre 1397 durch Ritter Friedrich von Ehrenburg. Damals wurde die Stadt von den Belagerern eingenommen und nieder gebrannt.

Alt-Bürgermeister Matthias Joseph Mehs (1893-1976) hat zur Säubrennersage das Säubrenner-Geschichte verfasst, das noch heute in den Veranstaltungsprogrammen zu finden ist. Auch die Wittlicher Künstlerin Ursula Hess beschäftigte sich mit der Säubrennersage und stellte diese in einem Zyklus grafisch dar.

Säubrennersage

Es war zur Zeit
da Friedrich von Ehrenburg
Die Stadt umlagert samt der Burg.
Türm und Mauern hielten Stand,
umsonst der Feind kam angerannt.

Doch eines Abends,
am Tor nach Himmerod
der Pförtner hatte schwere Not.
Der Bolzen sich nit finden wollt,
damit er’s Tor verriegeln sollt.
Grad fand er eine Rübe noch,
die steckt er fest ins Riegelloch.

Da kam die Nacht,
und eine Sau, der Unrast voll,
läuft in der Straße herum wie toll,
grunzt und schnuppert an dem Tor,
zerbeißt die Rüb, legt sich aufs Ohr,
und alsobald das Tor springt auf
der Feind dringt ein, hat freien Lauf.

Nach etlichen Tagen,
da Stadt und Gassen,
vom Feind verlassen,
geplündert und verbrannt,
treibt man aus jedem Stand,
was noch am Leben ist an Schweinen,
Große genauso wie die Kleinen,
zur Straf zum Markt in ein mächtig Feuer,
das Tiergeschrei war ungeheuer.
Doch auch der Braten schmeckte,
manch einer sich die Finger leckte,
ein Labsal wars für Zung und Bauch,
ein Urbild auch für Volkes Brauch.

Und seither
wird rühmlich im ganzen Land
Wittlich die Stadt der Säubrenner genannt.

M.J. Mehs

The legend of the Säubrenner

It was the time of
Friedrich von Ehrenberg,
when the town
was surrounded by the
enemy, and only the walls
and towers prevented it
from being conquered.

But one evening, the guard
of the Himmerod gate was
unable to find the bolt of
the gate and replaced it
with a turnip.

Then came the terrible
night, when a starving pig
approached the gate, and
ate the vegetable, which
opened the door to the
enemy.

After several days had
passed, and the foe had left
the place, in the city burned
and robbed, all the pigs
were driven to the market
place to be roasted them on
the grill.

Since that time Wittlich
has been known as the
town of the Säubrenner.
The most famous „Pig
Roasters“.

M.J. Mehs

Protokoll

Kirmesprotokoll

Bei der Säubrennerkirmes spielt „Weddlia Platt“ eine wichtige Rolle. So beim Festspiel „Die Säubrenner“ und bei der Kirmeseröffnung auf dem Marktplatz.

Hier verkündet der Stadtschreiber feierlich das Protokoll der vorjährigen Säubrennerkirmes in „Weddlia Platt“. Das auf Pergament künstlerisch gestaltete Dokument wird anschließend von sämtlichen Ratsmitgliedern unterzeichnet.

Alle Protokolle der letzten Jahre gibt es hier:

Kirmesprotokolle

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